08. Mai 2026  —  Lee Pender

Wie viel kosten Ausfälle in der Betriebstechnik? Berechnen Sie Ihre potenziellen Verluste

Acronis Cyber Protect

OT-Umgebungen (Operational Technology) stehen unter zunehmendem Druck. Die entsprechenden Fertigungsunternehmen müssen oft einen Spagat zwischen veralteter Infrastruktur, steigenden Cyber Security-Risiken und der Notwendigkeit, eine kontinuierliche Verfügbarkeit zu gewährleisten, meistern.

Bei der Modernisierung ihrer Betriebsabläufe sehen sich diese Unternehmen mit einer unangenehmen Tatsache konfrontiert: Vorfälle, die mit Cyber Security-Risiken zu tun haben, verursachen mittlerweile mehr Ausfallzeiten als mechanische Ausfälle. Deshalb ist es so wichtig, die potenziellen Folgekosten solcher Ausfälle zu verstehen, wenn man die Cyber-Resilienz einer OT-Umgebung verbessern will.

Der neue Ausfallkosten-Rechner für ICS- und OT-Umgebungen, den Expert:innen bei Acronis für Sie entwickelt haben, hilft Ihnen dabei, eine erste grobe Einschätzung zu erhalten, welche Kosten solche Ausfallzeiten in Ihrem Unternehmen tatsächlich verursachen. Dabei werden Faktoren wie Produktionsumsatz, Personalkosten, Gemeinkosten und Reaktionszeiten berücksichtigt, die speziell auf Ihre individuelle Umgebung zugeschnitten sind. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um sinnvolle Diskussionen über Risikominderung zu führen. Sobald Sie die potenziellen finanziellen Auswirkungen von Ausfallzeiten klar erkennen, können Sie sich besser darauf vorbereiten, diese zu minimieren.

Warum herkömmliche IT-Ausfallzeitmodelle nicht gut auf die OT übertragbar sind

Herkömmliche Berechnungen von IT-Ausfallzeiten gehen davon aus, dass die verwalteten Systeme schnell neu gestartet, neu aufgesetzt oder ausgetauscht werden können. In OT-Umgebungen sieht das jedoch grundlegend anders aus. Dort kommen langlebige und hochsensible Systeme zum Einsatz, die mehr auf Stabilität als auf Flexibilität ausgelegt sind. Viele solcher Produktionsanlagen nutzen Industrie-PCs mit langen Lebenszyklen und älteren Betriebssystemen wie Windows XP oder älteren Linux-Distributionen. Denn Betriebssystem-Updates können die Produktion stören oder regulatorische Zertifizierungen ungültig machen. In der OT können selbst kleinere Updates kostspielige Requalifizierungsprozesse auslösen und dazu führen, dass die Produktionslinien für Stunden oder Tage stillstehen.

Hardware in OT-Umgebungen wird oft jahrzehntelang eingesetzt, weil die Hersteller die Systeme für Upgrades einfach nicht außer Betrieb nehmen können. Ein Update, das bei einem Firmenlaptop lediglich eine Unannehmlichkeit darstellt, kann schwerwiegende Folgen haben, wenn dadurch eine ganze Produktionslinie zum Stillstand kommt. Ausfälle von Produktionsanlagen können schnell zu millionenschweren Produktionsausfällen führen, weil OT-Systeme solche physischen Herstellungsprozesse in Echtzeit steuern.

Auch wie dringlich das Support-Ende eines Betriebssystems wahrgenommen wird, ist anders. Beispielsweise laufen viele OT-Systeme mit Windows 10 LTSC-Versionen, die noch jahrelang unterstützt werden. Die in IT-Umgebungen übliche Dringlichkeit, auf aktuelle Betriebssysteme umzustellen, kann hier folglich zu unnötigen Betriebsrisiken führen. OT-Systeme sind auf Langlebigkeit und Verlässlichkeit ausgelegt, sodass Ausfallzeiten, wie sie in der IT üblich sein mögen, in keinem Fall und aus keinem Grund akzeptabel sind.

Warum sich Cyber Security-Vorfälle anders verhalten als mechanische Ausfälle

Mechanische Ausfälle folgen vorhersagbaren Mustern, die durch Verschleiß, Wartungshistorie und das Alter der Anlagen geprägt sind. Die Hersteller entwickeln auf der Grundlage dieser Muster vorbeugende und prädiktive Wartungsprogramme, um solche Ausfälle möglichst vorherzusehen, entsprechende Maßnahmen zu planen und so ungeplante Ausfallzeiten zu minimieren. Cyber Security-Vorfälle folgen jedoch nicht denselben Mustern. Sie können ohne Vorwarnung auftreten, sich schnell ausbreiten und zielen oft genau auf jene PCs und technischen Workstations ab, mit denen untergeordnete OT-Systeme gesteuert werden.

Jüngste Angriffe auf SCADA-, DCS- und HMI-Systeme zeigen eine einheitliche Taktik: Die Angreifer:innen kompromittieren zuerst Windows-basierte OT-PCs und nutzen diesen Zugang dann, um diejenigen Systeme zu stören oder funktionsunfähig zu machen, die die physischen Produktionsprozesse steuern. Im Gegensatz zu Geräteausfällen, die zumeist isoliert auftreten, können Cybervorfälle die Funktionsfähigkeit vieler Systeme in der gesamten Produktionsstätte gleichzeitig lahmlegen. So hat beispielsweise ein Angriff auf Jaguar Land Rover im Jahr 2025 die Produktion monatelang zum Erliegen gebracht und Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

Die Gefährlichkeit von Cyber Security-Vorfällen wird zudem durch neue Bedrohungsdynamiken verstärkt. Die Angreifer:innen setzen mittlerweile generative KI ein, um ihr Business zu skalieren, Aufklärungsmaßnahmen zu automatisieren und Angriffe in Echtzeit anzupassen, um so wiederum maximale Schäden zu verursachen. Anders als mechanische Ausfälle hinterlassen Cybervorfälle zumeist keine klaren Vorzeichen oder Schadensmuster, die von prädiktiven Wartungssystemen genauso gut erkannt werden könnten. Daher sehen sich Fertigungsunternehmen heutzutage mit einer Bedrohungslandschaft konfrontiert, die sich schneller verändert, als es herkömmliche, auf Gerätewartungen basierende Modelle erfassen können.

Die Folgen liegen auf der Hand: Cyberausfälle in OT-Betrieben treten schneller, weitreichender und folgenschwerer auf als mechanische Ausfälle – und die benötigten Wiederherstellungen hängen von der Effizienz digitaler Gegenmaßnahmen ab, nicht von Ersatzteilen.

Den Acronis ICS/OT-Ausfallkostenrechner als Ausgangspunkt nutzen

Wie schädlich und kostspielig können Ausfallzeiten also tatsächlich werden? Mit dem Acronis ICS/OT-Ausfallkostenrechner können Sie schnell eine fundierte Schätzung darüber erhalten, mit welchen Ausfallkosten (pro Stunde, Monat oder Jahr) Ihr Unternehmen kalkulieren sollte. Der Rechner berücksichtigt dazu Faktoren wie Produktionswert, Personalkosten, Gemeinkosten, ungeplante Ausfallzeiten, Wiederherstellungenzeiten sowie Personalkosten für Fehlerbehebungen, Wiederherstellungen, Validierungen und Systemneustarts, um die finanziellen Auswirkungen von Ausfallzeiten für Ihren Betrieb zu ermitteln.

Die vom Rechner ermittelten Zahlen sind natürlich nicht alles und sollen auch nicht als exakt oder endgültig angesehen werden. Sie sollen vielmehr als Ausgangspunkt für eingehendere Diskussionen darüber dienen, wie Sie Ausfallzeiten durch entsprechende Resilienzstrategien (wie schnelle Wiederherstellungen, unveränderliche Backups und eine integrierte, OT-konforme Cyber Security-Lösung) reduzieren können.

Wenn Sie Ihre potenziellen Ausfallkosten jedoch besser einschätzen können, können Sie auch besser modellieren, wie schnellere Wiederherstellungen die finanziellen Auswirkungen minimieren können.

Wie Cyber-Resilienz die Kosten für Ausfallzeiten in OT-Umgebungen direkt senken kann

Eine echte OT-Resilienz setzt die Fähigkeit voraus, sich von einem Cyber Security-Vorfall möglichst schnell wieder erholen zu können, selbst wenn entsprechende Systeme kompromittiert wurden. Auf diese Weise kann eine effiziente Cyber-Resilienz-Strategie für messbare kürzere Ausfallzeiten sorgen.

Acronis Cyber Protect für OT-Umgebungen konzentriert sich auf schnelle Wiederherstellungen, damit Fertigungsunternehmen komplette Systeme innerhalb von Minuten (statt wie bisher in Tagen) wieder betriebsbereit machen können. Dank der One-Click-Recovery-Technologie können auch Mitarbeiter:innen ohne IT-Kenntnisse direkt vor Ort geschäftskritische Systeme umgehend wieder betriebsbereit machen. Das verkürzt den Wiederherstellungsprozess, weil nicht mehr auf einen Remote-Support oder Ersatz-Hardware gewartet werden muss. Durch diesen Ansatz können die finanziellen Folgen von Vorfällen drastisch reduziert werden.

Die moderne, OT-konforme Backup-Architektur in Acronis Cyber Protect für OT-Umgebungen verwendet außerdem einen unveränderlichen (also manipulationssicheren) Backup-Storage, damit keine Ransomware die gespeicherten Backup-Images beschädigen kann. Die entsprechenden Wiederherstellungsprozesse können sogar erfolgen, während die betroffenen Systeme neu hochfahren bzw. wieder in Betrieb genommen werden. Dadurch kann der Produktionsbetrieb unter Umständen schon wieder aufgenommen werden, noch während gewisse Schadensbehebungsmaßnahmen laufen.

Diese Fähigkeiten schließen die sogenannte „Resilienzlücke“, die in der SANS 2025 ICS/OT-Umfrage hervorgehoben wurde. Dort haben viele Fertigungsunternehmen angegeben, dass bei ihnen Vorfälle zwar schnell erkannt werden, die Schadensbehebung jedoch langwierig sein kann. Beim Thema Cyber-Resilienz geht es also darum, schnelle Gegenmaßnahmen zu ergreifen und den Produktionsbetrieb trotz unvermeidbarer Angriffe aufrechterhalten zu können, um so die Ausfallkosten auf ein Minimum zu beschränken.

Erkenntnisse in Maßnahmen umsetzen: So kann Acronis helfen

Sobald Sie Klarheit über die potenziellen Kosten von Ausfallzeiten haben, besteht der nächste Schritt darin, mit einem Anbieter zusammenzuarbeiten, der sich auf das Thema „OT-zentrierte Resilienz“ spezialisiert hat. Das entsprechende Angebot von Acronis beinhaltet:

  • Schnelle Wiederherstellungen mit One-Click-Recovery-Fähigkeit, sodass betroffene Systeme innerhalb von Minuten (statt Tagen) wieder betriebsbereit gemacht werden können.
  • Nativ integrierte Cyber Security- und Backup-Funktionalitäten, die speziell auf OT-Umgebungen zugeschnitten sind, die mit (per Air-Gapping) isolierten und/oder veralteten Systemen arbeiten.
  • Universal Restore-Technologie, durch die selbst zehn Jahre alte Systeme auf fabrikneuer oder abweichender Hardware in Betrieb genommen werden können.
  • Resilienzfähigkeiten, die auf den realen Produktionsbetrieb ausgelegt sind, wo es oft an IT-Fachwissen vor Ort mangelt, aber die Betriebskontinuität dennoch oberste Priorität hat.

Durch diese Fähigkeiten kann die kritische Lücke zwischen Vorfallserkennung und Schadensbehebung geschlossen und können die tatsächlichen Kosten von Ausfallzeiten minimiert werden.

Sie können den Acronis ICS/OT-Ausfallkostenrechner direkt ausprobieren, um zu ermitteln, mit welchen Ausfallkosten Ihr Fertigungsbetrieb rechnen muss, wenn Sie keine entsprechende Resilienzstrategie zur Senkung dieser Kosten implementieren.

Wenn Sie sich näher über die entsprechenden Möglichkeiten informieren wollen, können Sie auch eine persönliche Demo vereinbaren. Dabei erfahren Sie, wie Acronis die Resilienz- und Wiederherstellungsfähigkeiten von OT-Umgebungen in der Praxis unterstützt. Alternativ können Sie auch eine Testversion anfordern, sodass Sie die Lösung in Ihrer eigenen Umgebung evaluieren können.

 

 

Über Acronis

Acronis ist ein Schweizer Unternehmen, das 2003 in Singapur gegründet wurde. Das Unternehmen verfügt über 15 Büros weltweit und beschäftigt Mitarbeiter:innen in mehr als 60 Ländern. Acronis Cyber Platform ist in 26 Sprachen sowie in über 150 Ländern verfügbar und wird bereits von über 21,000 Service Providern zum Schutz von mehr als 750,000 Unternehmen eingesetzt.