Ein Acronis Boot-Medium

Ein Acronis Boot-Medium ist ein physisches Medium (CD, DVD, USB-Stick oder ein anderes Medium, welches vom BIOS einer Maschine als Boot-Medium unterstützt wird), welches bootfähige Komponenten von Acronis Snap Deploy 6 enthält.

Die Acronis Boot-Medien unterstützen die BIOS- und UEFI-Architektur.

Sie können ein Acronis Boot-Medium erstellen, welches eine oder mehrere der folgenden bootfähigen Komponenten enthält:

  • Den Agenten
  • Den Master Image Creator
  • Das Standalone Utility
  • Acronis System Report

So können Sie ein Boot-Medium erstellen

  1. Starten Sie die Management-Konsole.
  2. Klicken Sie im Menü Extras auf Boot-Medium erstellen.
  3. [Optional] Sie können Parameter für den Linux-Kernel spezifizieren. Wenn Sie mehrere Parameter eingeben wollen, trennen Sie diese per Leerzeichen.

    Geben Sie beispielsweise Folgendes ein, wenn Sie beim Starten des Mediums einen bestimmten Anzeigemodus für eine bootfähige Komponente auswählen wollen: vga=ask

    Eine Liste der verfügbaren Parameter finden Sie unter 'Kernel-Parameter'.

  4. Bestimmen Sie, welche Komponenten das Boot-Medium enthalten soll

    Wenn Sie zum Beispiel den Agenten und den Master Image Creator wählen, können Sie das Boot-Medium dazu verwenden, um ein Deployment über den OS Deploy Server auszuführen sowie ein Master-Image zu erstellen.

    Bootfähige Komponenten auswählen

  5. Wählen Sie unter Starte beim Booten von dem Medium automatisch die Komponente, die nach dem angegebenen Zeitlimit automatisch starten soll. Diese Komponente wird auch als Standardoption des Boot-Menüs bezeichnet. Folgende Auswahlmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

    • Eine der Komponenten auf dem Medium: Die Komponente startet nach dem Zeitlimit.
    • Kein Autostart: Der Acronis Loader zeigt das Boot-Menü an und wartet auf eine Auswahl, ob entweder das Betriebssystem oder eine der Acronis Komponenten gestartet werden soll.
    • Das Betriebssystem starten: Wenn ein Betriebssystem auf der Festplatte der bootenden Maschine vorhanden ist, startet es nach dem Zeitlimit. Mit dieser Option kann die Zielmaschine nach dem Deployment mit dem bereitgestellten Betriebssystem hochfahren. Dies ist das wichtigste Anwendungsszenario:

      • Sie verwenden diesen Assistenten, um den PXE Server für ein geplantes Deployment zu konfigurieren. Sie legen fest, dass der Agent automatisch startet. Nach Fertigstellung des Deployments bootet die Zielmaschine wieder in den Agenten und kann mit einer weiteren Deployment-Aktion bereitgestellt werden. Wie vermeiden Sie diese Situation?

        Um sicherzustellen, dass die Zielmaschine nach dem Deployment mit dem bereitgestellten Betriebssystem hochfährt, wählen Sie in diesem Schritt des Assistenten die Option Betriebssystem starten. Um zu gewährleisten, dass die Zielmaschine vor dem Deployment in den Agenten bootet, müssen Sie den PXE Server bei der Planung des Deployments so konfigurieren, dass er mit dem Deployment Server arbeitet.

      Die Option Starte beim Booten von dem Medium automatisch gilt nicht, wenn das Acronis Boot-Medium im UEFI-Modus geladen wird.

  6. Geben Sie unter Automatisch starten nach das Zeitlimit in Sekunden an. Wenn Sie z.B. den automatischen Start des Agenten auswählen und diesen Parameter auf 10 festlegen, startet der Agent 10 Sekunden nachdem das Boot-Menü angezeigt wird.
  7. Wenn Sie den Agenten auf dem Medium speichern, müssen Sie spezifizieren, ob der Agent eine Verbindung zu einem bestimmten OS Deploy Server herstellen soll. Diese Einstellung lässt mehrere Deployment Server im Netzwerk zu, die unterschiedliche Funktionen ausführen.

    Geben Sie unter Server-Name/IP den Namen oder die IP-Adresse des gewünschten Deployment Servers an.

    Die Acronis Boot-Medien verwenden das NetBIOS-Netzwerkprotokoll, um den OS Deploy Servers im Netzwerk aufzulösen. Beim NetBIOS-Protokoll werden ANSI-Zeichen für die Host-Namen verwendet. Auf Maschinen, die nicht nur die einfachen englische Zeichen in ihren Namen verwenden (sondern Sonderzeichen wie deutsche Umlaute), kann daher nicht von Acronis Boot-Medien aus zugegriffen werden. Sollte die Maschine des OS Deploy Servers 'nicht-englische' (Sonder)Zeichen im Namen enthalten, dann verwenden Sie die IP-Adresse der Maschine, um diese im Netzwerk zu spezifizieren.

    Außerdem können Sie den Deployment Server (zusammen mit den Netzwerkeinstellungen für den Agenten) beim Booten des Agenten onsite (aufseiten der Zielmaschinen) spezifizieren. Richten Sie eine ausreichend lange Zeitverzögerung ein, damit Sie die Konfiguration des Agenten onsite vornehmen können, bevor die Standardnetzwerkeinstellungen übernommen werden. Details finden Sie unter Booten der Zielmaschinen.

    Falls nicht konfiguriert, wird der Deployment Server automatisch ermittelt. Der Agent startet die Suche nach Ablauf der Zeit in Sekunden, die Sie unter Zeitlimit (Sek.) angeben.

    Einstellungen für den Agenten

    Die Möglichkeit, das Protokoll (Log) des Agenten auf dem Deployment Server zu speichern, soll vor allem der Fehlerbehebung dienen. Das Protokoll finden Sie auf dem Deployment Server im folgenden Ordner: %AllUsersProfile%\Application Data\Acronis\DeployServer\AgentsLogs

  8. Bestimmen Sie, welche Art von Boot-Medium Sie erstellen wollen. Sie können:

    • eine CD, eine DVD oder andere Medien erstellen, z.B. einen USB-Stick, sofern das BIOS der Hardware das Booten von diesen Medien erlaubt
    • ein ISO-Image eines Boot-Mediums erstellen, um es später auf einen leeren Rohling zu brennen oder auf einen USB-Stick zu speichern.
    • Die gewählten Komponenten auf den Acronis PXE Server hochladen Zuvor hochgeladene Komponenten werden vom PXE Server gelöscht, bevor neu ausgewählte hochgeladen werden.

      Das Standalone Utility kann nur auf einem physischen Medium abgelegt werden. Diese Komponente ist nicht für das Booten von einem PXE Server vorgesehen.

    Um ein physisches Medium zu erstellen, legen Sie entweder einen leeren Rohling ein (damit die Software die Kapazität bestimmen kann) oder schließen Sie einen USB-Stick an.

    Wenn Sie ein ISO-Image eines Boot-Mediums erstellen, geben Sie Namen der ISO-Datei und das Zielverzeichnis an.

    Wenn Sie die Komponenten auf einen PXE Server hochladen, spezifizieren Sie den Namen der Maschine mit dem PXE Server sowie den Benutzernamen und das Kennwort eines Administrator-Kontos auf dieser Maschine.

  9. [Optional] Schützen Sie die auf den PXE Server hochgeladenen Komponenten per Kennwort vor unbefugter Ausführung. Die Eingabeaufforderung für das Kennwort erscheint bei der Auswahl der bootfähigen Komponente. Für den Start des Betriebssystems auf der Maschine ist kein Kennwort erforderlich.

    Bootfähige Komponenten mit einem Kennwort schützen

  10. Klicken Sie auf Erstellen. Beschriften Sie das Medium nach seiner Erstellung und bewahren Sie es an einem sicheren Ort auf.

Die Komponenten auf einem Acronis Boot-Medium basieren auf einem Linux-Kernel; sie enthalten das Linux-System und Gerätetreiber. Acronis aktualisiert regelmäßig den vorhandenen Treibersatz mit neuen Geräte-Treibern. Trotzdem ist es möglich, dass einige Treiber nicht mit Ihrer Hardware kompatibel sind – die bootfähige Komponente kann dann nicht starten oder auf das notwendige Gerät zugreifen oder sie reagiert nicht mehr. In diesem Fall sollten Sie stattdessen erwägen, ein WinPE-basiertes Boot-Medium zu erstellen.