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Wie Betreiber im Öl- und Gassektor eine schnellere Wiederherstellung sicherstellen können

Erfahren Sie, wie Betreiber im Öl- und Gassektor ihre Bereitschaft für OT-Disaster-Recovery-Maßnahmen verbessern, Ausfallzeiten minimieren und geschäftskritische Systeme nach Störungen sicher wiederherstellen können.

Für Betreiber im Öl- und Gassektor ist die Operational Technology (OT) eine Lebensader – manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. OT-Systeme sind unverzichtbar – nicht nur, um einen zuverlässigen und effizienten Betrieb aufrechtzuerhalten, sondern auch, eine sichere Arbeitsumgebung für die Mitarbeitenden zu gewährleisten.

In Upstream-Produktionsstätten, auf Offshore-Plattformen, in Pipelines, Terminals und Raffinerien hängen kritische Prozesse von einem komplexen Netzwerk aus OT-Assets ab, mit denen die entsprechenden Unternehmen ihre Betriebsabläufe steuern und optimieren.

Herkömmliche Cyber Security-Programme für OT-Umgebungen konzentrieren sich oft stark auf die Prävention. Natürlich ist die Prävention von Angriffen wichtig, aber Betreiber im Öl- und Gassektor müssen mehr tun, um ihre Geschäftskontinuität sicherzustellen. Sie müssen darauf vorbereitet sein, eine entscheidende Frage zu beantworten: Wie schnell können Sie geschäftskritische Systeme wiederherstellen, wenn es zu einem Vorfall kommt?

Selbst die effektivsten Sicherheitskontrollen können nicht jeden Cyberangriff, Hardware-Ausfall oder jede Betriebsunterbrechung verhindern. Wenn ein Vorfall Auswirkungen auf OT-Systeme hat, kann eine längere Ausfallzeit die Produktion beeinträchtigen, Lieferungen verzögern und Risiken für die Umwelt entstehen lassen. Zudem kann dies die Arbeitsumgebung gefährlicher machen. Die Bereitschaft zur Wiederherstellung ist daher eine Kernkompetenz der operativen Resilienz.

Wiederherstellungsprozesse stellen im Öl- und Gassektor eine ganz besondere Herausforderung dar.

Die Wiederherstellung von OT-Systemen im Öl- und Gassektor ist oft weitaus komplexer als die Wiederherstellung traditioneller IT-Systeme:

  • Die Betriebsabläufe erstrecken sich häufig über abgelegene Produktionsanlagen, Offshore-Plattformen, Verdichterstationen und Pipeline-Infrastrukturen mit eingeschränkter Konnektivität. Einige Standorte werden in stark segmentierten Netzwerken oder in Air-Gap-Umgebungen betrieben, um Cyberrisiken zu minimieren.
  • Viele Anlagen sind zudem von älteren OT-Infrastrukturen abhängig, die bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Einsatz sind. Ein Austausch oder Neuaufbau dieser Systeme könnte sich sehr schwierig gestalten, da die Betreiber entsprechende Upgrades sorgfältig planen müssten, um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.
  • Im Gegensatz zu Büroumgebungen unterstützen OT-Systeme häufig kontinuierliche industrielle Prozesse, die keine unerwarteten Änderungen tolerieren können. Wiederherstellungsprozesse müssen daher sorgfältig auf die betrieblichen Anforderungen und Sicherheitsverfahren abgestimmt sein.
  • In vielen Fällen stehen zudem nicht an jedem Standort dedizierte IT-Fachkräfte zur Verfügung. Häufig sind daher OT-Ingenieur:innen, Techniker:innen im Außendienst und betriebliches Personal für die Durchführung von Wiederherstellungsprozessen während eines Ausfalls verantwortlich.

Die Energieerzeugung hängt von kritischen OT-Assets ab

Unternehmen im Öl- und Gassektor konzentrieren sich bei der Bewertung ihrer Resilienz häufig auf die eingesetzten Steuerungssysteme. Die Wiederherstellungsbereitschaft hängt jedoch vom Schutz eines weitaus größeren Ökosystems unterstützender OT-Assets ab. Dazu gehören unter anderem:

  • SCADA-Server und -Clients
  • HMI-Workstations
  • DCS-Bedienstationen
  • Engineering-Workstations
  • Historian-Systeme
  • OT-Applikationsserver
  • Pipeline-Überwachungssysteme
  • Leck-Erkennungsplattformen
  • Steuerungs-PCs für Turbomaschinen
  • Asset Management Server
  • Digital-Twin-Plattformen
  • Jump-Server und OT-DMZ-Systeme

Diese Systeme enthalten geschäftskritische Betriebsdaten, darunter Steuerungslogik, Engineering-Projekte, Prozesskonfigurationen, Historian-Datenbanken, Alarmeinstellungen und Betriebssystem-Images.

Sollten diese Assets nicht mehr verfügbar sein, könnten sich die Wiederherstellungsmaßnahmen langwierig und problematisch gestalten – insbesondere dann, wenn das betriebliche Personal die Systeme manuell neu aufbauen müsste.

Häufige Ausfallszenarien im Öl- und Gassektor

Die Betreiber im Öl- und Gassektor stehen vor einer Vielzahl potenzieller Risiken. Dazu gehören unter anderem:

Hardware-Ausfälle

Industrie-PCs, Server und Storage-Systeme fallen unweigerlich irgendwann aus. Veraltete Infrastrukturen können essenzielle Systeme unerwartet offline schalten und somit Betriebsabläufe unterbrechen.

Fehlgeschlagene Patches und Updates

Software-Updates können gelegentlich zu Instabilitäten führen. In solchen Situationen ist die Wiederherstellung von bzw. Zurücksetzung auf einen bekannten, funktionierenden Systemzustands oft schneller als die Fehlersuche in Produktionssystemen unter operativem Druck.

Ransomware- und Malware-Vorfälle

Die Betreiber im Öl- und Gassektor bleiben attraktive Ziele, da Ausfallzeiten gerade hier erhebliche finanzielle und operative Konsequenzen nach sich ziehen können. Der bekannte Ransomware-Vorfall bei Colonial Pipeline (Betreiber des größten US-Pipeline-Netzwerks für raffinierte Ölprodukte) hat eindrücklich gezeigt, wie die Unterbrechung von Betriebssystemen weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen und Sorgen um die Kraftstoffversorgung in mehreren Bundesstaaten auslösen konnte.

Ausfall von Engineering-Systemen

Engineering-Workstations enthalten oft über Jahre angesammelte Konfigurationen und Projektdaten. Den Zugriff auf solche Systeme zu verlieren, kann Wartungsarbeiten, die Fehlersuche und operative Änderungen verzögern.

Ausfälle an entfernten Standorten

Wiederherstellungen gestaltet sich besonders schwierig, wenn Offshore-Anlagen, abgelegene Produktionsstätten oder Pipeline-Infrastrukturen von Ausfällen betroffen sind. Denn an solchen Remote-Standorten kann die Konnektivität und der technische Support deutlich eingeschränkt sein.

Schnelle Wiederherstellung für Betreiber im Öl- und Gassektor

Für Unternehmen im Öl- und Gassektor ist die wichtigste Wiederherstellungsmetrik die mittlere Reparaturzeit (Mean Time to Recovery, MTTR) – also die Frage, wie schnell geschäftskritische OT-Systeme wieder in einen validierten und sicheren Zustand zurückgeführt werden können. Eine für Wiederherstellungen optimierte Umgebung umfasst in der Regel mehrere Kernfunktionen.

Die schnelle Wiederherstellung kompletter Systeme

Die jeweiligen Teams müssen über die Fähigkeit verfügen, die verwendeten Betriebssysteme, Applikationen, Treiber und Konfigurationsdaten ohne langwierige manuelle Neuinstallationen komplett wiederherstellen zu können.

Hardware-unabhängige Wiederherstellungen

Es kann vorkommen, dass bereitgestellte Ersatz-Hardware nicht mit der der Originalsysteme übereinstimmt. Die Wiederherstellungsprozeduren sollten daher bei Bedarf auch eine Wiederherstellung auf abweichenden Hardware-Plattformen unterstützen.

Lokale Wiederherstellungsfähigkeiten

Entfernt liegende und/oder per Air-Gap isolierte Umgebungen benötigen Wiederherstellungsprozeduren, die ohne Internetzugang, Cloud-Konnektivität oder VPN-Dienste auskommen.

Validierte Wiederherstellungspunkte

Backup-Validierungen, Integritätsprüfungen und Malware-Scans tragen dazu bei, dass wiederhergestellte Systeme wirklich funktionsfähig und frei von Kompromittierungen durch Schadcode sind.

Anwenderfreundliche Abläufe

Die jeweiligen Wiederherstellungsprozesse sollten so einfach gestaltet sein, dass das betriebliche Personal vor Ort oder normale Außendienst-Techniker:innen sie auch in Stresssituationen selbst effektiv durchführen können, ohne die Unterstützung von spezialisierten IT-Fachkräften zu benötigen.

Compliance-, Governance- und Resilienz-Anforderungen

Cyber Security-Frameworks für die Industrie legen zunehmend Wert auf Resilienz und Wiederherstellbarkeit.

So legen beispielsweise die Standards der Norm ISA/IEC 62443 ganz bestimmte Cyber Security-Anforderungen für industrielle Automatisierungs- und Steuerungssysteme fest. Sie helfen den Unternehmen, das Zusammenspiel zwischen Cyber Security, operativen Abläufen und Prozesssicherheit zu bewältigen.

Die Unternehmen sehen sich einem zunehmenden Druck durch Vorschriften und Anforderungen an kritische Infrastrukturen ausgesetzt, bei denen die Aspekte Geschäftskontinuität, Vorfallsreaktion und betriebliche Resilienz im Vordergrund stehen. Der Nachweis der Wiederherstellbarkeit erfordert zunehmend Belege. Dazu gehören unter anderem:

  • Der Nachweis einer verifizierten Backup-Wiederherstellbarkeit.
  • Kontrollierte Wiederherstellungsprozesse.
  • Regelmäßige Tests und Validierungen.
  • Verschlüsselte Backups und Aufbewahrungsrichtlinien.
  • Nachweise zur Risikobewertung von Zulieferern.
  • Sichere Software-Entwicklungsprozesse.

Die Wiederherstellungsbereitschaft ist mittlerweile sowohl eine operative Anforderung als auch eine Governance-Vorgabe.

Wiederherstellungsbereitschaft ist eine betriebliche Notwendigkeit

Unternehmen im Öl- und Gassektor, die sich bereits vor dem Eintritt eines Vorfalls auf die Wiederherstellung vorbereiten, sind am besten aufgestellt, um Betriebsunterbrechungen standzuhalten.

Durch den Schutz geschäftskritischer PC-basierter OT-Systeme, die Validierung der Wiederherstellungbereitschaft sowie die Umsetzbarkeit schneller, einfacher Wiederherstellungsprozeduren durch das betriebliche Personal können Unternehmen ihre Cyber-Resilienz stärken, Ausfallzeiten minimieren sowie umwelt- und produktionsbedingte Risiken reduzieren. Zudem können Sie für eine zuverlässige Betriebskontinuität sorgen, indem Sie geschäftskritische Systeme, die von Vorfällen betroffen sind, schnell wieder in einen validierten, bekannten und funktionierenden Zustand zurückführen.

Lesen Sie die Kurzübersicht

Lesen Sie die Kurzübersicht für den Öl- und Gassektor und erfahren Sie, wie Acronis Cyber Protect für OT-Umgebungen die Unternehmen dieser Branche dabei unterstützt, ihre Wiederherstellungsbereitschaft zu verbessern, Compliance-Initiativen umzusetzen und geschäftskritische OT-Systeme sicher sowie effizient wiederherzustellen.

Weitere Ressourcen

Nutzen Sie den Acronis ICS/OT Downtime Calculator, um die potenziellen Ausfallkosten für Ihren gesamten Betrieb abzuschätzen und zu erfahren, wie Acronis Sie beim Schutz kritischer Umgebungen im Öl- und Gassektor unterstützen kann.

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Über Acronis

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