Tutorial

Datenschutz? Brauche ich nicht – oder doch?

Mal Hand aufs Herz: Wann hatten Sie zuletzt einen Datenverlust? Nein, nicht nur, dass Sie vielleicht eine Telefonnummer nicht gefunden haben, sondern einen richtig schlimmen Datenverlust, weil das Smartphone ins Wasser gefallen ist oder die Festplatte des PCs die sommerliche Hitze nicht vertragen hat.

 

Vielleicht war es auch ein Systemwechsel von einem Smartphone auf ein anderes oder einfach nur der Umzug auf einen neuen Rechner. Viel zu wenige Anwender machen sich heutzutage noch ernsthafte Gedanken um den Datenschutz.

 

Wir leben in einer Welt, in der fast alle beruflichen und privaten Bereiche von Daten abhängig sind. Selbst die Supermarktkasse kommt heute nicht mehr ohne Datenserver aus. Deshalb ist es wichtig, sich auch um den Schutz der Daten zu kümmern. Im Großen wie im Privaten.

Was ist Datenschutz?

Datenschutz betrifft – ganz allgemein betrachtet – drei Teilbereiche: 

  • die Sicherheit der Daten, vor allem personenbezogener Daten wie Bankkonten, TANs und PINs, vor Diebstahl und Missbrauch, 
  • den Schutz der Daten gegen Viren und andere Schadsoftware,
  • den Schutz der Daten vor dem Verlust durch einen Ausfall der Hardware.

Datenschutz ist also mehr als Virenschutz und ein Passwort. Doch viele Anwender ignorieren den Schutz ihrer Daten. Sicherlich kennen Sie jemanden, der vier oder fünf defekte Handys zu Hause hat. Von den Daten wurde vielleicht das gerettet, was auf der SIM-Karte gespeichert war. Ähnlich sieht es bei Laptops und Tablets aus. Wann immer ein Gerät ausfällt, gehen Daten verloren. Das können einfach nur Briefe und E-Mails sein. Meistens sind es Fotos, und damit die schönsten Erinnerungen, die für immer verloren sind. Es können aber auch Verträge und Unterlagen sein. Datenverluste sind also immer auch materielle und ideelle Verluste. 

Manch einer mag sich sicher fühlen, weil die Daten kaum noch auf eigenen Geräten gespeichert sind. Dann sind die Daten in der Cloud. Einige Bilder sind auf Dropbox oder Instagram gespeichert und schon längst nicht mehr auf dem Smartphone. Dokumente sind auf Office 365 in der Cloud gespeichert. E-Mails liegen bei GMX oder Google. Möglicherweise gehen diese Daten so nie verloren, möglicherweise. Sind diese Daten deshalb sicher und geschützt? 

Was also ist eigentlich Datenschutz? Datenschutz ist ein Überbegriff für alle Techniken, mit denen Daten gegen Verlust, Beschädigung, Diebstahl und Veränderung geschützt werden. 

Datenschutz – Was alles dazu gehört

Die Technologien für den Datenschutz bestehen aus Hardware und Software. Personenbezogene Daten werden mit Passwörtern vor dem Zugriff durch Fremde geschützt. Durch eine Spiegelung auf ein zweites Speicherlaufwerk entsteht ein Schutz gegen technische Ausfälle eines Speicherlaufwerks. Ein Backup dupliziert die Daten und speichert sie zeitlich und räumlich getrennt von den „Live“-Daten. Eine unabhängige Stromversorgung schützt die Rechner und ihre Festplatten vor Stromausfällen. Datenschutz befasst sich also mit der Sicherung der Daten gegen Unbefugte und Missbrauch sowie mit der Sicherheit der Daten zum Schutz gegen Verluste. Schlussendlich geht es beim Datenschutz um die Abwehr von Computerviren und Erpressungssoftware (Ransomware).

Zu den wichtigsten Aufgaben, um die sich die Anwender selbst kümmern müssen, gehört der Schutz gegen den Diebstahl und Missbrauch. Das betrifft nicht nur die Daten auf den persönlichen Geräten vom PC übers Tablet bis zum Smartphone, sondern auch die Daten „im Internet“. Alle Daten im Internet sind ein Objekt der Begierde. Das gilt in erster Linie für die Zugangspasswörter zu den Accounts bei Google, Facebook, Whatsapp oder Skype. Viele Menschen tendieren dazu, für die verschiedenen Accounts dieselben Passwörter zu verwenden. Einmal abgelauscht, erhoffen sich die Hacker auch einen Zugang zum E-Mail-Account oder zum Handy. Dann ist es auch nur noch ein kleiner Schritt zum Bank-Konto oder zum Paypal-Account. 

Die wichtigsten Tipps für den Schutz gegen das Ausspähen von Passwörtern und damit grundlegende Regeln für den Datenschutz sind: 

  • Verwende nie dasselbe Passwort für mehrere Accounts. 
  • Verwende als Passwort niemals Wörter, die in einem Wörterbuch stehen oder die sich aus Zahlen (Geburtstage oder Lottozahlen) zusammensetzen, weil diese leicht von einem Generator erzeugt werden können. 
  • Ändere das Passwort regelmäßig. 
  • Bewahre die Liste mit den Passwörtern nicht auf einem Deiner Computer oder Smartphones auf. 

Das regelmäßig Ändern von Passwörtern ist auch ein erster Schritt für die nächste Aufgabe im Datenschutz: der Schutz gegen Viren. Bewährt haben sich als Mittel gegen Viren, Spyware und andere Schadsoftware die Anti-Virus-Programme und Programme zum Absichern von Internet-Zugriffen, wobei die Firewall (also wörtlich die Brandschutzmauer) des Betriebssystems nur die Minimallösung sein kann. Der Virenschutz ist beispielsweise deshalb wichtig, weil dann auch die beliebten USB-Stick und andere externe Medien keine Gefahrenquelle werden können. 

Fortgeschrittene Anwender haben ein RAID-System mit mehreren Festplatten. Das hilft vor allem gegen kleinere technische Fehler innerhalb eines Festplattenlaufwerks. RAID-Systeme können – je nach Konfiguration – Daten auf mehrere Festplatten verteilen. Hat eine Festplatte dann zum Beispiel Schwierigkeiten beim Lesen eines Datenblocks, kann der Datenblock von einer der zusätzlichen, also redundanten, Festplatten gelesen werden. Allerdings: Wurden Daten vom Anwender irrtümlich vollständig gelöscht, so sind diese auch auf den redundanten Laufwerken verloren. 

Jedoch: Ganz gleich, wie sorgfältig Passwörter und Virenschutz gewählt werden oder wie teuer das Festplattensystem war – es kommt der Tag, an dem Daten verloren gehen.

Backup für zu Hause und für Unternehmen

Backup für zu Hause und für Unternehmen

Bislang wurde überwiegend der Schutz gegen Störungen von außen, also durch Viren und Schadsoftware oder durch Angriffe, besprochen. 

Der Verlust von Daten ist jedoch nicht immer auf einen Angriff von außen zurückzuführen. Oft sind es ganz einfache Ursachen. Zum Beispiel ein Systemwechsel oder auch einfach nur ein Defekt am Speicherlaufwerk – von der kaputten Festplatte, über einen defekten USB-Stick bis zum Totalausfall eines Smartphones oder PCs. Reparaturdienste können eine Datenrettung versuchen, oft nur teilweise und im Allgemeinen mit Kosten verbunden, die weit über dem Preis für das Speichermedien liegen. Oft sind es jedoch auch menschliche Fehler: Es wurden ganz einfach Fotos oder Verzeichnisse gelöscht. Viele Anwender stehen jetzt vor dem zeitaufwendigen Versuch, Whatsapp oder Skype-Chats nach Fotos zu durchforsten. Wichtige Adressen oder Telefonnummern müssen mühsam zusammengesucht werden oder man fragt alle Freunde, die Daten erneut zu senden. 

Ein bei Privatanwendern gerne übersehenes Mittel für den Datenschutz ist das Backup. Ein Backup ist eine zeitlich und räumlich vom „Live“-System getrennte Speicherung vorhandener Daten auf einem separaten Datenträger. Im typischen Fall ist das eine zweite Festplatte. Wer gelegentlich seine Datenordner auf eine separate Festplatte kopiert, hat schon einen wichtigen Schritt erledigt. Werden Daten beschädigt, kann man die Daten vielleicht von diesem Datenträger rekonstruieren. Diese Kopien müssen von Hand gastartet werden und dauern meistens sehr lange. Beim Kopiervorgang ist der Rechner oft ausgebremst. 

Eine Backup-Software erledigt das Kopieren eher im Hintergrund. Dabei braucht in der Backup-Software lediglich eingestellt zu werden, welche Daten wann automatisch gesichert werden sollen. Die Backup-Software führt dann folgende Schritte aus: 

  • Sichern der Betriebssystemumgebung und der Einstellungsdateien,
  • Vollständiges Sichern aller Daten, also aller Bilder und Dokumente sowie der Programme und ihrer Einstellungsdateien usw.,
  • Anlegen von Prüfsummen, 
  • Regelmäßig wiederkehrendes (das sogenannte inkrementelle) Sichern aller Veränderungen seit dem letzten Backup. 

Ausgereifte Backup-Software kann auch die Daten von Smartphones und Tablets sichern. Dies geschieht – einmal eingestellt – im Hintergrund, ohne dass sich die Anwender um das Was und Wie kümmern müssen. 

Im Falle eines Datenverlustes liegen die Daten auf dem Backup-Laufwerk, und weil dieses Backup-Laufwerk während des normalen Betriebs des Rechners ruht und auch nur über die Backup-Software darauf zugegriffen wird, sind die Daten auf diesem Laufwerk sicher. Ein Backup ist für einzelne Dateien oder Ordner, für komplette Laufwerke oder für ganze Systeme möglich – und wer ein Backup von seinem Smartphone anlegt, kann im Schadensfall auch ein komplettes iPhone oder Android-Smartphone wiederherstellen

Wer den Datenschutz noch sicherer gestalten will, legt vom Backup-Laufwerk selbst noch einmal ein Backup an. Auch von diesem zweiten Backup wird ein Backup angelegt. Dieses Anlegen mehrfacher Backups wird Großvater-Vater-Sohn-Prinzip genannt. Das Prinzip gab es schon in den Anfängen der elektronischen Datenverarbeitung und gilt als besonders sicher, weil selbst Fehler auf einem Backup-Datenträger keine Wirkung mehr haben. Die Datenträger werden dabei in einem Rotationssystem immer wieder verwendet. 

Moderne Backup-Lösungen nutzen außerdem die Cloud als sicheren Speicherort für die Backup-Datensätze. Bei einem Backup in die Cloud muss sich der Anwender nicht um die Bereitstellung der Laufwerke für die Datensicherung und den Betrieb kümmern. Die Backup-Software sichert dann ganz einfach immer dann alle Veränderungen gegenüber dem letzten Stand, sobald ein Gerät online ist. 

Vorteile von Backup-Lösungen

Die Vorteile von Backup-Lösungen liegen auf der Hand. 

  • Die Datensicherung wird automatisch durchgeführt, so dass der Anwender es nicht vergessen kann, seine Bilder, Kontakte, Telefonnummern, Mails und Dokumente zu sichern. 
  • Das Backup läuft im Hintergrund und stört den Rechner, das Smartphone oder das Tablet nicht so stark wie ein direktes Kopieren. 
  • Ein Backup mit Acronis kann PCs, Smartphones und Tablets (iOS und Android) und weitere Geräte sichern. 
  • Bei einem Cloud-Backup werden abgesicherte Speichersysteme in einem Rechenzentrum des Backup-Lösungsanbieters genutzt und der Anwender muss sich nicht um die Beschaffung und den Betrieb der Backup-Laufwerke kümmern. 
  • Mit den komfortablen Assistenten für die Einrichtung müssen die Anwender nicht die Bedienung einer weiteren Software erlernen, sondern können sich auf das konzentrieren, was wichtig ist. 

Ein Backup ist also weiter mehr als nur eine Kopie der Daten. Aber auch das Backup muss geplant werden. Einmal geplant, lassen sich aus fast jeder Situation heraus die Daten wiederherstellen

Drei goldene Regeln für den Datenschutz

Regel 1: Eine wichtige Voraussetzung für den Datenschutz ist das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Passwörtern, die passende Auswahl der Geräte vom PC über das Tablet bis zum Smartphone und die richtige Auswahl von Services aus der Cloud. 

Regel 2: Beurteilen Sie, welche Daten Sie haben, wo diese momentan gespeichert sind, wie wichtig diese sind und ob Sie den Zugang zu diesen Daten haben. Eine solche Bestandsaufnahme wird Schwachstellen im Datenschutz aufdecken – von Passwörtern, die in Dateien stehen, bis hin zu externen Festplatten, auf die kein Zugriff mehr möglich ist. 

Regel 3: Benutzen Sie eine Backup-Software. Vor allem, wenn Sie viele verschiedene Geräte sichern möchten, ist eine Backup-Software inklusive Cloud-Speicher empfehlenswert. Machen Sie mit dieser Backup-Software auch regelmäßig einen Test, ob die Daten wiederhergestellt werden können. 

Related articles

TutorialOnline-Datenrettungssoftware
TutorialNur eine Datensicherung schützt wirksam vor Datenverlust