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DRaaS – Was es ist und wie MSPs davon profitieren

Disaster Recovery as a Service, also eine DRaaS-Lösung, ermöglicht es Unternehmen, kritische Daten und Anwendungen schnell wiederherzustellen, indem sie die Infrastruktur eines Dienste-Anbieters (z.B. Computer, Netzwerk und Speicher) dafür nutzen. DRaaS bietet sofortige Wiederherstellungsdienste, indem es Systeme nutzt, die in einem externen Rechenzentrum betrieben werden.

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Inwiefern unterscheidet sich Disaster Recovery von Backup?

Backup ist ein zuverlässiges und bewährtes Konzept für die Wiederherstellung von Daten nach eventuellen Verlusten oder Störungen an den Systemen, insbesondere den Speichersystemen. Die Notfallwiederherstellung, englisch Disaster Recovery, sorgt – darüber hinaus – dafür, dass Unternehmen auch bei einer Störung der IT weiterarbeiten können. Das heißt, Disaster Recovery (DR) ist eine spezialisierte Lösung, die sich auf die Wiederherstellungsgeschwindigkeit (Recovery Time Objective, RTO) konzentriert. Dadurch soll der Geschäftsbetrieb ununterbrochen weiter laufen, also die Business Continuity gewährleistet sein. Backup beschränkt sich in diesem Zusammenhang auf den Datenschutz mit dem sichergestellt wird, dass Sie Ihre Daten zurückerhalten, auch wenn es etwas länger dauert.

Wie funktioniert DRaaS?

Bislang war für eine DR-Lösung zusätzliche (Spiegel-) IT im eigenen Rechenzentrum erforderlich. Cloud Computing ermöglicht es, Disaster Recovery als Service oder die Replikation und das Hosting von physischen oder virtuellen Servern durch Dritte zu konfigurieren. So ist im Falle einer von Menschen verursachten IT-Störung oder einer Katastrophe ein Failover (ein Umschalten auf das Ersatzsystem) möglich. Hier sind die wichtigsten Schritte in diesem Prozess:

1. Replikation – Duplizieren von Daten aus einer Live-Umgebung und Senden der Daten an einen Drittanbieter, der die Infrastruktur und die Software für Disaster Recovery remote hosten kann.

Hinweis: Es ist wichtig, dass die Replikation sowohl virtuelle als auch physische Server umfasst oder eine "hybride" Lösung liefert. Die meisten Unternehmen haben eine Infrastruktur mit physischen und virtuellen Maschinen. Die DR-Umgebung muss beides darstellen können. Darüber hinaus sollten Lösungen für Anwendungsfälle, in denen Daten häufig hinzugefügt oder geändert werden, regelmäßige Snapshots (also aktuelle Momentaufnahmen) ermöglichen, um Datenverluste beim Umschalten zu vermeiden.

2. Umschalten (Failover) – Der Prozess des Umzugs der Zugriffe auf die IT-Infrastruktur durch die Endbenutzer auf die replizierten Daten beim DRaaS-Provider während einer Katastrophe.

Hinweis: Bei DRaaS-Lösungen ist Schnelligkeit von größter Bedeutung, da Ausfallzeiten für Unternehmen schädlich sein können.

3. Failback (Zurückspielen)– Die Übertragung der Daten aus der Umgebung des DRaaS-Providers zurück auf die Infrastruktur der Endbenutzer.

Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Replikationsprozesse wieder aktiviert werden, sobald der Failback abgeschlossen ist. Auf diese Weise wird der kontinuierliche Schutz sichergestellt.

Failover-Failback

Wie können Kunden von DRaaS profitieren?

Unternehmen können sich heutzutage keine Ausfallzeiten mehr leisten. DRaaS überbrückt kritische Situationen, indem es ein Arbeiten auf Systemen in der Cloud ermöglicht, während die normale IT-Umgebung wiederhergestellt wird. Es können zwar auch Naturkatastrophen der Auslöser für einen Bedarf an DRaaS sein, die fünf häufigsten Anwendungsfälle sind jedoch:

1. Stromausfall vor Ort
2. Netzwerkausfall
3. Software-, IT-Systemfehler
4. Ausfall des Rechenzentrums vor Ort (nicht aufgrund von Stromausfällen)
5. Sicherheitsrelevante Aspekte (Malware-Angriff)

Eine schnelle Wiederherstellung ist unerlässlich, um teure Schäden (sowohl finanzielle als auch Reputationsschäden) durch Ausfallzeiten zu vermeiden. Die Anwenderunternehmen müssen sicherzustellen, dass sie wettbewerbsfähig bleiben und gesetzeskonform arbeiten. Einige Unternehmen sind sogar dazu verpflichtet, dass ein Ausfall der IT nicht zu einem Ausfall der Geschäftsfähigkeit führt (siehe KONTRAG).

Durch die Auslagerung der Disaster-Recovery-Lösung an einen Managed Service Provider vermeiden Anwender außerdem die komplexe, zeitaufwändige Orchestrierung einer Disaster-Recovery-Lösung mit eigenen Mitteln. Sie können sich darauf verlassen, dass die MSP-Lösung schnell und zuverlässig arbeitet.

Wie profitieren MSPs von DRaaS?

Dienstanbieter konnten ihre Kunden bisher mit den grundlegenden IT-Services begeistert. In letzter Zeit lassen Studien darauf schließen, dass es für das Wachstum eines Managed Service Providers unerlässlich ist, die Abwanderung zu reduzieren und die Kundenbindung zu verbessern. Die Dienstleister können dies mit innovativen, cloudbasierten Datenschutzlösungen tun. Backup as a Service ist dafür ein geeigneter Ausgangspunkt. Indem MSPs ihren Kunden helfen, Ausfallzeiten durch IT-Störungen zu vermeiden und geschäftskritische Systeme schnell wiederherzustellen, schaffen sie einen wichtigen Mehrwert. Die erforderliche Technologie dafür heißt Disaster Recovery as a Service – DRaaS.

Service Provider können dabei auf schlüsselfertige Lösungen zurückgreifen. Diese lassen sich problemlos als weiter Servicve in das Portfolio aufnehmen. Mit DRaaS können Service Provider ohne Investitionen und ohne Hardware den Schalter umlegen und Hochverfügbarkeit liefern.

DRaaS erschließt weitere neue Einnahmequellen, weil es inzwischen über Naturkatastrophen hinaus viele Anwendungsfälle gibt, in denen sich DR bei den Kunden positiv auswirkt. MSPs mit DRaaS erschließen neue Kunden und stärken gleichzeitig das Vertrauen der Kunden in Krisensituationen.

Kosten für Ausfallzeiten

Wer die IT-Gesamtkosten analysiert und budgetiert, verfügt über die notwendigen Informationen zur Bewertung von Kosten wie IT-Infrastrukturausgaben (von Personal bis IT-Hardware) und der Umsätze erzeugenden Kanäle. Anwenderunternehmen benötigen die Zahlen zur Ermittlung der grundlegenden Anforderungen an die IT. Wer alle Geschäftsprozesse in die Analyse einbezieht, weiß auch, was ein Ausfall der IT tatsächlich für das Unternehmen bedeutet.

Profi-Tipp: Da eine schnelle Wiederherstellung (insbesondere mit einer On-premises-Lösung) sehr teuer sein kann, ist es wichtig, im Voraus Wiederherstellungs-Stufen einzurichten. Die Stufen legen fest, was am wichtigsten ist und was weniger wichtig ist.

Kosten für Disaster Recovery Services

Werden Tarife nach dem Pay-as-you-go-Schema genutzt, so wird auch Disaster Recovery as a Service kostengünstig: Kunden können gegen eine planbare, pauschale monatliche Gebühr (oder einen Jahres-Tarif) auf DRaaS zugreifen. Auf der anderen Seite können Kunden, die sich nicht für DRaaS entscheiden, bis zu 100.000 US-$ pro Ausfallstunde verlieren. Das sind die durchschnittlichen Kosten bei einer IT-Störung bei 98 Prozent der betroffenen Unternehmen.

Die Kosten hängen auch davon ab, welche Art von DRaaS-Lösung Sie einsetzen. Es gibt drei Haupt-Optionen:

1. Self-Service – Sie kaufen die Lösung und führen Sie sie selbst aus.

2. Supported – Sie kaufen eine Lösung, die von DRaaS-Profis unterstützt wird, die bei Bedarf Rat oder Unterstützung anbieten können.

3. Managed – Sie lagern das DRaaS komplett an Experten aus, die für Sie einen Disaster-Recovery-Plan entwerfen und diesen für Sie umsetzen.

Verdienen Sie mehr mit DRaaS!

Die Bereitstellung all der Datenschutzdienste, die Anwenderunternehmen benötigen, ist ein komfortabler Weg, um die Abwanderung zu reduzieren, sich als MSP von den Mittbewerbern abzusetzen, Fachwissen zu demonstrieren und neue Märkte zu erschließen.

Die Wege dahin sind:

1. Steigerung des Upsell-Potentials durch Schulung der Kunden

Um mit dem Verkauf der Lösung zu beginnen, müssen Sie die Kunden über den Unterschied zwischen Backup- und Disaster-Recovery-Diensten und den verschiedenen DR-Anwendungsfällen informieren. Mit der weit verbreiteten Einführung von Cloud-Lösungen (z.B. Microsoft 365) haben Service Provider heute beispielsweise eine einfache Möglichkeit, Kunden über den Wert von Backup- und Disaster Recovery as a Service Lösungen zu informieren. Die meisten Kunden wissen nicht, dass bei Cloud-Lösungen von Drittanbietern die Verantwortung für den Schutz dieser Daten bei den Kunden selbst liegt – und dass Sie diese Verantwortung im Rahmen Ihrer Services übernehmen würden.

Heutzutage ist Disaster Recovery as a Service nicht mehr auf Naturkatastrophen beschränkt. MSPs, die ihre Kunden über eine Vielzahl von Szenarien informieren – von traditionellen Gefahren wie menschlichem Versagen, Software- und Hardwareausfällen bis hin zu modernen Bedrohungen wie Malware – können diese Lösungen leichter im Markt plazieren.

2. Disaster Recovery Services für KMUs erschwinglich machen

KMUs verfügen oftmals nicht über das Fachwissen, das Budget oder die IT-Mitarbeiter für Disaster Recovery. Dies ist eine günstige Ausgangsposition für die Implementierung einer komplexen DRaaS-Lösung. Mit der richtigen Lösung können Sie Ihren Kunden eine kostengünstige DRaaS-Alternative anbieten, damit diese nicht nur auf das Schlimmste vorbereitet sind, sondern auch ihr Budget schonen.

3. Bereitstellung umfassender Dienstleistungen für alle Kunden

Inzwischen steigt auch die Nachfrage nach einer Komplettbetreuung durch den Dienstleister. Disaster Recovery ist die natürliche Erweiterung des Backups und bietet einen komfortablen Weg, die Kunden zu unterstützen. Das funktioniert besonders gut, wenn die Lösung leicht zugänglich ist und über eine planbare monatliche Gebühr die Kosten überschaubar sind. Die Alternative wären stets die kostspieligen Ausfallzeiten.

4. Sicherstellung der Compliance

Die Einhaltung der Compliance-Anforderungen – hier also der Verfügbarkeit der IT zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs – ist nicht nur für Bestandskunden von größter Bedeutung. Auch neue Kunden können mit diesem Argument gewonnen werden. Mit DRaaS in Ihrem Portfolio können Sie Nischenmärkte wie freie Rechtsanwälte und niedergelassene Ärzte erreichen.